2011

2011 haben wir 9 Projekte als Youth Bank und 11 Think Big Projekte gefördert.

Youth Bank Projekte:

„Kiez 4 all“ – Sommerfest

Am 24.07.2011 fand im Bürgerpark Marzahn ein Sommerfest für alle Bürger Marzahns statt. Es gab verschiedene Angebote für alle Altersgruppen, ein bunt gemischtes Bühnenprogramm mit Tänzern, Bands und weiteren Attraktionen. Mit Grill- und Getränkeständen wurde für das leibliche Wohl gesorgt. Das Fest wurde in Zusammenarbeit mit verschiedenen Trägern, Jugendfreizeiteinrichtungen und Jugendprojekten organisiert, die Hauptorganisation übernahm das KiezMobil. Zusätzliche ehrenamtliche Helfer wurden animiert, sich einzubringen. Neben dem Austausch zwischen den Generationen war es ein Hauptziel des Sommerfestes, verschiedene Möglichkeiten für regelmäßiges Engagement aufzuzeigen.

Ausstellung „Starving Artist Superstar“

Mehrere Kunststudentinnen der FU Berlin organisierten eine Ausstellung zum Thema Künstleridentität mit internationalen, in Berlin ansässigen Künstlern, die zum großen Teil noch nicht auf dem Kunstmarkt etabliert sind. Die Ausstellung fand in den Räumen des Kunstbuchverlags „Archive Books“ in Berlin-Neukölln statt, Eröffnung und Finissage wurden von verschiedenen künstlerischen Performances begeleitet. Das Projekt verband künstlerische und kunsthistorische Praxis und ermöglichte den Projektverantwortlichen die kuratorische Arbeit zu erproben.

Demokratie für Dich!

Im Herbst 2011 fanden in Berlin die Wahlen zum Abgeordnetenhaus statt. Um gerade junge Menschen für die Wahl als grundlegenden demokratischen Akt zu begeistern und so der Gefahr einer Entpolitisierung entgegenzuwirken, veranstalteten engagierte Jugendliche aus Marzahn-Hellersdorf am Sartré-Gymnasium in Berlin-Hellersdorf eine Podiumsdiskussion mit den bezirklichen Spitzenkandidaten der im Abgeordnetenhaus vertretenen Parteien. Thema der Veranstaltung war neben den Zielsetzungen der Kandidaten für die kommende Legislaturperiode auch gesellschaftliches Engagement in seinen verschiedenen Ausformungen.

360°, das Journal für Politik und Gesellschaft

Seit mehr als fünf Jahren ist 360° das Wissenschaftsjournal aus Studentenhand, in dem Studierende aller akademischen Bereiche die Möglichkeit haben, ihre wissenschaftlichen Arbeiten in professionellem Rahmen zu veröffentlichen. So entsteht ein fundierter Rundumblick auf ein gesellschaftliches Oberthema. Mehr als 50 ehrenamtlich aktive Studenten wirken über ganz Deutschland verteilt an den Ausgaben mit und sind dabei einem Ideal verpflichtet: Den Dialog zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit ebenso wie innerhalb der Wissenschaftsgemeinschaft verbessern – und das aus jugendlicher, studentischer Hand. Die geförderte Ausgabe befasste sich mit dem Nahen und Mittleren Osten und gab Einblicke in die Hintergründe einer Region, die in der Vergangenheit oftmals unzureichend in der westlichen Öffentlickeit wahrgenommen wurde.

Kiezkieken Berliner Kurzfilmfestival 2011

„kiezkieken“ ist ein Filmfestival der besonderen Art: Das Thema sind bestimmte Ortsteile Berlins, die nach dem Rotationsprinzip bei jedem Festival wechseln. 2011, beim zweiten „kiezkieken“, konzentrierte sich das Festival auf die Berliner Stadtteile Wedding, Prenzlauer Berg und Marzahn, alles unterschiedliche urbane Wohnregionen. Der Stadtteil Marzahn hingegen ist weitesgehend als Plattenbaugegend und NPD-Wahlgebiet verschrien, wobei positive Aspekte wie beispielsweise der große Bestand an öffentlichen Kunstwerken außer Acht gelassen wird. Ziel des Festivals ist es, mit Stadtführungen, Diskussionsforen und Filmvorführungen einen umfassenden Einblick in die jeweiligen Kieze zu geben. Im Vorfeld wurde ein Kurzfilmwettbewerb ausgeschrieben, bei dem Filminteressierte dazu animiert werden, sich mit einem der Stadtteile künstlerisch auseinanderzusetzen.

Lade Park

Lade-Park ist eine Interessengemeinschaft im ehrenamtlich verwalteten Jugendkulturhaus Kurt Lade Klub in Berlin Pankow. Ziel dieser Gemeinschaft Lade-Park ist es, die Außenanlage des Lade Klubs zu erneuern und verbessern. Hauptanliegen ist es einen urbanen Garten zu schaffen.
Mit Hilfe des Projektes wurde nicht nur das Erscheinungsbild des Lade Klubs verbessert, es wurden zudem Kooperationen mit regionalen und internationalen Partnern geschaffen, zum Beispiel wurde der NABU e.V. angefragt, einen Workshop zum Bau von Nistkästen zu geben. In einzelnen Schritten wurden auch die Nutzer des Hauses in das Projekt integriert.

Die Wissenschaftspaten
Engagierte Studenten der Katholischen Hochschule für Sozialwesen wollen Kommilitonen eine Unterstützung beim Schreiben wissenschaftlicher Arbeiten bieten. Sowohl für Beratung und Erfahrungsaustausch als auch für gemeinsames Schreiben sollen Gelegenheiten und Räume geschaffen werden. Dies soll durch individuelle Schreibberatung ebenso wie durch Seminare und Workshops geleistet werden. Darüber hinaus sollen sowohl die Qualität des wissenschaftlichen Arbeiten als auch die Motivation der Studierenden verbessert werden. Studierende, die in mindestens zwei selbst erstellten wissenschaftlichen Arbeiten gute bis sehr gute Ergebnisse erzielt haben, können als „Wissenschaftspaten“ die Erstellung einer wissenschaftlichen Arbeit begleiten.

Auf Haxe

Bei dem Projekt „Auf Haxe“ treffen sich Menschen einer Stadt, um gemeinsam zu kochen und zu essen. Die Teilnahme daran ist kostenlos, um alle soziale Schichten, insbesondere finanziell Benachteiligte, anzusprechen. Im Anschluss an die Anmeldung auf der Homepage http://www.aufhaxe.de werden Teams, aus jeweils zwei Personen bestehend, ausgelost, denen jeweils zwei weitere Teams zugeordnet werden. Zu festgelegten Terminen lädt dann reihum jeweils eines der Teams die beiden anderen zu sich nach Hause ein. Dort gibt es dann ein Drei-Gänge-Menü, bei dem jeder Gang von jeweils einem der drei Teams zubereitet wird. Ziel des Projekts ist es, die Gesichter hinter den anonymen Häuserfassaden der Nachbarschaft kennenzulernen. Bei Speis und Trank kommt man leichter ins Gespräch und pflegt gleichzeitig eine bestimmte Esskultur.

Tools Berlin

In dem Projekt „Tools Berlin“ des Vereins „Young and old for one world“ (YOOW) wurde Entwicklungshilfe konkret greifbar gemacht: Jugendliche Projektteilnehmer erstellten in der Werkstatt von „Young and old for one world“ (YOOW) unter fachkundiger Anleitung von Schmieden, Mechanikern und Schreinern einen Werkzeugsatz, der Auszubildenden in Sierra Leone zu Gute kam. Zu diesem Zweck fragten die Jugendlichen bei Privatpersonen und Betrieben nach alten und gebrauchten Werkzeugen, die nicht mehr genutzt werden, an. Im Anschluss daran arbeiteten sie diese gemeinsam mit den Fachkräften auf und machten die Werkzeuge zur Verschiffung nach Sierra Leone fertig.

Think Big Projekte:

Pimp Our Nordring

Auf dem Industriegelände des Nordring 15 in Marzahn haben die Jugendlichen Projektemacher jedes Jahr im Sommer die Möglichkeit aktiv zu werden und sich zu verwirklichen. Vor „Pimp Our Nordring“ ist dort bereits andere Jugendliche eine BMX-Halle entstanden.
Im Jahr 2011 hatten sich die Jugendlichen vorgenommen, das Gelände weiter zu verschönern und auch ein leer stehendes Gebäude „aufzuhübschen“. Mähen und Sicherung des Gebäudes standen dabei im Vordergrund.
Das Gebäude bietet nun die Möglichkeit dort Veranstaltungen stattfinden zu lassen, Geräte zu lagern, aber auch kreativ an weiteren Projekten zu planen, wie zum Beispiel die Entwicklung eines Konzeptes für das gesamte Gelände. Alle Jugendlichen kommen ursprünglich aus Marzahn-Hellersdorf und kennen das Problem, dass es kaum noch Rückzugpunkte und Angebote für Jugendliche gibt. Diese Lücke wollten die Projektemacher mit dem Schaffen eines „Freiraums“ füllen.

Schule macht Theater
Eine Gruppe von acht Studenten wollten im Rahmen Ihrerrer Zusatzqualifikation „Theaterpädagogik“ ein Theaterprojekt mit Schülern der 8. Klasse der Hector Peterson Schule leiten, eine Schule mit hohem Migrationsanteil.
Während der Projektwoche vom 26. bis zum 30. September 2011 sollten anhand von theaterpädagogischen Methoden die verborgenen Talente angeregt und Geschichten der Schüler erkundet werden. Thema der Projektwoche war „Berlin“ und die Projektemacher motivierten die Schüler dazu, über ihre eigene Lebenswelt zu reflektieren, gaben ihnen die Möglichkeit neue Blickwinkel kennen zu lernen. Das Projekt fand seinen Höhepunkt in einer Werkstattpräsentation, in der die Ergebnisse dieser intensiven Woche gezeigt wurden.

Wasserskicamp des windworkers e.V.
Geplant wurde das fünftägige Sommersportevent des windworkers e.V. von zwei ehrenamtlichen Helfern und einer FSJlerin. Veranstaltungsort war der Templiner See bei Potsdam, Aktivisten waren Kinder, deren Eltern sowie Jugendliche aus Familien, in denen die Elternpaare getrennt leben. Bei verschiedenen Sportaktivitäten wie Wasserski, Banane fahren, Tubing und Segeln lernten alle Beteiligten den Umgang mit den eigenen Ängsten und Grenzen, und den respektvollen Umgang mit Gleichaltrigen. Den älteren Teilnehmern wurde Verantwortung übertragen und für Familien ist die Aktion ein gemeinsames, unvergessliches Abenteuer, das aber auch feste Strukturen durch einen geregelten Tagesablauf vermittelte.

Chancentod – Kurzfilmprojekt
„Alles zieht und zerrt an Christian, der gerade dabei ist, sein Abitur zu machen. Da sind seine Eltern, die von ihm erwarten, den stolz geführten Familienbetrieb zu übernehmen. Oder seine Freundin Katharina, die schon ein gemeinsames Studium in München plant. Und dann sind da diese unheimlichen Gestalten, die ihm immer häufiger begegnen und ihn scheinbar verfolgen. Er versinkt in einer Spirale aus Angst und Paranoia, aus der es scheinbar keinen Ausweg gibt.“

Resist to Exist
Das „Resist to Exist“ ist ein Festival von Jugendlichen für Jugendliche. Bereits mehr als acht Mal wurde das kleine Open Air für Hardcore, Punk und Ska in Berlin Marzahn organisiert. Die Projektemacher wurden mit einer breiten Gemeinschaft unterstützt, die dabei einen Einblick in Organisation, Technik, Aufbau eines solchen Konzerts bekamen.
Als Neuerung im Jahr 2011 wurde das „Resist-Kino“ eingeführt, in dessen Rahmen
Marie Zaubert
Dokumentationen zu den Themen wie D.I.Y. Kultur und Neonazis in Subkulturen gezeigt, und den Zuschauern eine Informations- und Diskussionsplattform geboten wurde. Für einen inhaltlichen Mehrwert sorgten dabei externe Referenten.
Das Projekt „Marie Zaubert“ soll junge Menschen dazu animieren, weniger Schmuck und Kleidung zu kaufen und mehr selbst zu machen. Vor allem Mädchen und junge Frauen geben ihr Taschengeld für „coole Klamotten“ aus, sehen aber letztendlich alle gleich aus. Die Modeindustrie lässt nicht genug Raum für die individuelle Gestaltung der eigenen Erscheinung.
Ziel des Projekts ist es zu zeigen, dass es weder viel Geld, noch große Anstrengung kostet, seine eigenen Kleider zu entwerfen. Projektinitiatorin Marie ist überzeugt von der Energie und der Kreativität die in den jungen Menschen steckt und möchte helfen, diese zum Vorschein zu bringen.
Zur Eröffnung der Werkstätten in Potsdam war eine Modenschau geplant, bei denen auch angehende Models, Schauspielerinnen, Tänzerinnen, Make Up Artists, Fotografen, Musiker und Hairstylisten erste, wichtige Berufserfahrungen sammeln konnten.

„Don Karlos“ – Schiller erleben
Klassische Dramentexte sind der Schrecken jedes Schülers – wieso eigentlich?
Schüler aus der Schauspielschule Charlottenburg haben beschlossen dem Spuk ein Ende zu setzen und mit einer eigenen Inszenierung von Friedrich Schillers „Don Karlos“ zu zeigen, dass Schillers Sprache keineswegs unverständlich und gestelzt sein muss.
Dazu zerrten die Projektinitiatoren Berliner Schüler von der Schulbank und „schubsten“ sie im Rahmen von Workshops direkt in das Stück. Durch die schauspielerische Herangehensweise fanden sie einen ganz neuen Zugang zu klassischen Texten, fernab von der trockenen Dramenanalyse in der Schule.
Durch die Schülerworkshops und den damit einhergehenden zusätzlichen Besuchern der offiziellen Aufführungen kam es zu vermehrten Einnahmen, die anschließend (zum Teil zusammen mit den Kostümen und Bühnenbildmaterialien) an die blu:boks Berlin gespendet wurden.

Fördern und Fuball
Der Verein Amaro Drom e.V. ist ein Roma-Jugendverband, der die Selbstbestimmung und Teilhabe von Roma in Deutschland fördert. Die Projektinitiatoren verstehen sich als Förderer einer Generation von selbstbewussten, politisch gebildeten jungen Roma.
Er bietet zudem eine Anlaufstelle in Berlin-Neukölln, in der Menschen durch Sozialberatung unterstützt werden, sich vernetzen und austauschen können. Mittelpunkt des Projekts „Fördern und Fußball“ sind sowohl die Jugendgruppe als auch die Kinder, die das Nachmittagsprogramm besuchen. Mit Sport und Kulturaktivitäten werden Strukturen geschaffen, die die Integration der jungen Menschen erleichtert und diese durch Bildung und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben unterstützt.

Dinner-Show
Innerhalb eines ganzen Schuljahres wurde von einer Berliner Oberstufe eine Varietéshow organisiert. Beteiligt waren 7. bis 12. Klassen, Höhepunkt des Projekts waren drei aufeinander folgende Showabende mit unterschiedlichem Programm. Die Gäste wurden von den Schülern selbst bewirtet. Ziel war es eine professionell gestaltete Aufführung mit allen Talenten der Schüler zu kreieren. Durch gemeinsame Erfolge wurde eine Gruppendynamik erzielt, die die Gemeinschaft in der Schule nachhaltig prägte.
Vorbilder der Schüler waren dabei „Cirque du Soleil“ & „Pomp Duck“.
Die überflüssigen Einnahmen wurden dem Förderverein der Schule gespendet.

Five dein Lied
Neukölln⁵ – 5 Bands, 5 Words, 55 Minutes
Ein Bandcontest der besonderen Art! Ähnlich wie beim Poetryslam traten 5 Band gegeneinander an. Das Publikum wählte 5 Wörter für jede Band aus. Diese hatten dann 55 Minuten Zeit einen Song daraus zu basteln. Anschließend trugen die Bands ihre Songs vor – Das Publikum entschied den Gewinner!
In den 55 Minuten Pause trat ein Musikact aus Berlin auf.

„Theater am Schliemann“
Eine Schülerin der Heinrich Schliemann Oberschule in Berlin Prenzlauer Berg und ein engagierter FSJler wollten gemeinsam ein Theaterprogramm an der Schule organisieren und etablieren.
Vor dem Projekt hatten nur die Schüler der Sekundarstufe II die Möglichkeit an einem Theater-Kurs teilzunehmen.
Das erste große Ziel war es, ein eigenes Stück auf die Beine zu stellen und so auch den jüngeren Schülern und Schülerinnen die Möglichkeit zu geben in einer Theater AG zu „spielen“. Das Stück, vom FSJler selbst geschrieben, ist eine Satire, in der es um die Gentrifizierung im Prenzlauer Berg und anderen Berliner Stadtteilen geht.

Prima Primo Tour
Die Gremienfahrt, mit engagierten Schülern der Primo Levi Oberschule, diente zur Vorbereitung des Projektes Demoskratos.
Demoskratos ist ein Projekt, welches einen politisch demokratischen Prozess darstellen soll. Es werden Parteien von Schülern gegründet, die sich für einen konkreten gemeinnützigen Zweck in der Schule einsetzen. Ein Parteien-Parlament wird dann von allen Schülern auf einer SSV gewählt. Das von Stiftungen gesponserte Geld wird dann je nach Sitzverteilung der einzelnen Parteien im Demoskratosparlament ausgegeben und für den gemeinnützigen Zweck verwendet.
Das Projekt fördert das demokratische Empfinden der Schüler, unterstützt das Verstehen von Wahlprozessen und bringt ein jahrgangsübergreifendes spannendes Geschehen mit sich.

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